Einleitung zum Medienkonzept, 28.10.2019

In einer Telefonkonferenz hat die Mediengruppe eine vorläufige Version der Präambel unseres Medienkonzeptes auf den Weg gebracht, die nun öffentlich diskutuert werden kann und soll. Wir sind ein wenig stolz.

 

Hier, bitte:

 

Einleitung

(Stand 28.10.2019)

 

Technologie ist nichts. Wichtig ist, Vertrauen in Menschen zu haben, dass sie grundsätzlich gut und smart sind – und wenn man ihnen gute Werkzeuge an die Hand gibt, dann tun sie damit wunderbare Dinge.

Steve Jobs

 

Die globale Gesellschaft befindet sich gegenwärtig in einem Wandel bisher unerreichter Geschwindigkeit und wird mit Fug und Recht als Informationszeitalter bezeichnet. Dies ändert die Handhabung von und den Umgang mit Informationen grundsätzlich (E-Privacy, E-Government, Liquid Democracy, Allverfügbarkeit von Wissen, IoT, 3-D-Printing, Künstliche Intelligenz, Soziale Netzwerke, u.v.m.).

Schulische Bildung an der UNESCO-Schule zielt auf die vielseitige Bildung der Schüler zum sachkundigen, mündigen und engagierten Weltbürger. Eine vielseitige Bildung umfasst dementsprechend die Fähigkeit zur produktiven und kreativen Nutzung moderner Medien zur Kommunikation und Kollaboration im Sinne kritisch-demokratischer Partizipation.

Dabei steht Schule in Hinblick auf diese gesellschaftlichen Veränderungen und Anforderungen vor einer Grundsatzentscheidung:

  • Sie versteht sich als Schutzraum, der Heranwachsenden hinreichend Schutz vor schadhaften Einflüssen bietet, um ihre Entwicklung bestmöglich zu fördern.
  • Schule ist ebenso Sozialisationsinstanz mit dem Auftrag zur Vermittlung gesellschaftlich notwendiger Grundfertigkeiten. Eine wachsend technologisierte Demokratie erfordert eine entsprechende demokratisch-partizipative Befähigung der Bürger, zumal die zentralen Leitmedien des Kulturzugriffs generationsübergreifend zunehmend digitaler Natur sind.

 

Wir sind der Überzeugung, dass Digitales und Analoges Lernen, sofern überhaupt scharf trennbar, nicht als Gegensätze zu verstehen sind. Digitale Medien verändern Lernprozesse – und wir können als Schule diese Veränderung durch strategische Planung zum Positiven nutzen. Gesellschaftliche Transformationsprozesse, wie sie derzeit im 21. Jahrhundert beobachtet werden können, generieren eine Umwelt und ein soziales Gefüge, das schon lange nicht mehr mit den Methoden und Inhalten eines Schulsystems, welches den Anforderungen und Bedürfnissen einer Industriegesellschaft des beginnenden 20. Jahrhunderts gehorcht(e), beantwortet werden kann. Eine neue Realität verlangt eine neue Didaktik und ein Umdenken: administrativ, pädagogisch und didaktisch. Dies gilt sowohl für die Nutzung und Reflektion möglicher Technologien, als auch zuvorderst für eine Neugewichtung und -orientierung der zu vermittelnden Inhalte. Schließlich ist es Aufgabe der Schule, junge Menschen innerhalb ihrer Gegenwart zu bilden und zu erziehen, sowie bestmöglich auf ihre Zukunft vorzubereiten. Dies kann nur gelingen, indem sich Schule proaktiv den Herausforderungen einer digitalisierten Welt des 21. Jahrhunderts stellt und die sich daraus ergebenden Chancen zum Besten der Heranwachsenden nutzt.

Das vorliegende Medienkonzept reflektiert und strukturiert die hierfür notwendigen Schritte zur zielgerichteten Vermittlung von Medienkompetenz.

Ziel des Medienkonzeptes ist nicht der Definition eines Status Quo. Vielmehr geht es um die Aufrechterhaltung von Reflexions- und Veränderungsprozessen, um den wandelnden medialen und gesellschaftlichen Anforderungen und Chancen gerecht zu werden und sie optimal einzusetzen.

 

Folgende Grundsätze sind dabei für uns handlungsleitend:

  • Die Implementierung eines Medienkonzepts ist zu verstehen als ganzheitlicher, komplexer Schulentwicklungsprozess.
  • Technik und Medien haben dabei keinen „Zweck an sich“, sondern stets dienende Funktion unter dem Primat der Didaktik.
  • Werkzeuge prägen unser Denken. Digitalisierung, Automatisierung und Vernetzung verändern die menschliche Lebenswelt und dessen Rezeption. Schule muss auf diese Veränderung reagieren.
  • Medien haben dualen Charakter: Einerseits sind sie selbst Lerninhalte, die erworben werden müssen, andererseits stellen sie Mittel dar, Inhalte zu lernen. Digitale Medien sind Lerninhalt und inhaltlicher Vermittler gleichermaßen.
  • Folglich gilt es, Schüler in den Dimensionen Wissen und Kritikfähigkeit, Sinnhaftigkeit und Selbstwirksamkeit zu schulen.
  • Mitverantwortlich für eine erfolgreiche Implementierung ist die Fokussierung des Veränderungsmanagements auf das grundsätzliche Mindset der Beteiligten, ohne das schulweite Veränderung nicht tragfähig ist.
  • Die Implementation eines neuen Medienkonzeptes wird an vielen Stellen, im Sinne eines lernenden Systems, experimentellen Charakter haben. Mit Sicherheit auftretende Probleme werden als Lern- und Verbesserungsmöglichkeiten begrüßt und konstruktiv in das Konzept integriert. Scheitern ist erlaubt und wird als Lernmöglichkeit gefeiert.
  • Als Struktur folgt das Medienkonzept den Empfehlungen des Medienkompetenzrahmens NRW.

 

Im Folgenden sollen deshalb, ausgehend von einer Bestandaufnahme technischer wie unterrichtlicher Gegebenheiten, unterrichtliche wie außerunterrichtliche Elemente der Medienbildung strukturiert dargestellt werden, um konkrete Handlungsschritte für eine strategische Medienbildung abzuleiten.